Bayernpokal: Durch Sieg über TV Memmingen im „Final Four“

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Wieder einmal ein an Spannung kaum zu überbietendes Match in der städtischen Dreifachhalle Passau. Im Viertelfinalspiel des Basketball – Bayernpokals war das glücklichere Ende nach 3 Schamberger – Dreiern und 5 Freiwurftreffern von Kapitän Zauner und Benjamin Mayer kurz vor Schluss auf Seiten der White Wolves. Der 82:79 – Sieg wurde ausgiebig bejubelt, man steht jetzt im bayerischen Final Four. Betretene Gesichter beim Bayernliga Spitzenclub der Gruppe Süd, demTV Memmingen, denn dieses Final Four findet eben in Memmingen statt und jetzt ist der Ausrichter durch diese Niederlage aus dem Bewerb ausgeschieden.

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Man merkte den Gästen aus dem Allgäu vom Start weg an, dass sie die Begegnung sehr ernst nahmen. Schon eineinhalb Stunden vor Spielbeginn war man am Ort des Geschehens. Beide Teams begannen sehr konzentriert, leisteten sich wenige Fehler. Der Spielstand nie mehr als 5 Punkte Unterschied, die Führung wechselte bis in die 6. Minute fünfmal. Passau lag knapp hinten, als Dominik Stieler, der zusammen mit David Moschek für die Verletzten Limmer, Kandlbinder und Sädtler eingesprungen war, einen Dreier zum 15:15 Ausgleich traf. In dem schnellen, guten Spiel beiderseits taten sich die Passauer in der Abwehr gegen die „Langen“ Memmingens recht schwer, aber die Distanzwürfe schlugen erfolgreich ein. So ein Dreier von Kapitän Bernd Zauner in der 9. und einer vom Aufbauspieler Julian Münch einige Sekunden vor Ende des 1. Spielabschnitts zur hauchdünnen 23:22 – Viertelführung.

Und weiter ging das intensive und knappe Spiel. Die Center der Allgäuer bewiesen nicht nur Reboundstärken, sondern auch ein feines Händchen für Distanzwürfe. Obwohl die Wölfe das hohe Tempo mitgingen, aus der Entfernung gut trafen (Dreier von Stefan Schamberger, Philip Moschek und Julian Münch), schaute bis in die 5. Minute „nur“ ein 35:35 heraus. In der zweiten Hälfte des Abschnitts nahmen die Wolves ihre Gegner sehr früh auf, noch bevor die Chance auf einen erfolgreichen Pass bestand, was Wirkung zeigte. Man erzwang Turnovers durch Zeitspiel (24 Sek.), in der Offensive lief es prächtig, mit einem krachenden Dunk von Center Benjamin Mayer zum 41:35 in der 8. Minute war ein 6 – Punkte Vorsprung erkämpft, der bis zur Halbzeit hielt. Pausenstand 45:39, Viertel 22:17.

Dann ein völlig anderes Bild nach der Pause. Verschlafen, gelähmt, nervös, verunsichert, zäh, nur einige Begriffe, um die Wolves – Spielzüge zu beschreiben. Nichts wollte mehr gelingen, die vorher so erfolgreichen Würfe von außerhalb der Zone wollten nicht mehr durch den Ring, in der Defense zu langsam, keine Blöcke im Angriff, kaum Bewegung beim Passen, daraus resultierende Ballverluste am laufenden Band. Ein 9:0 – Lauf der Gäste, kein Passauer Punkt bis in die 3. Minute, Spielstand 45:48, die Führung leichtfertig verschenkt. Nur Benjamin Mayer bäumte sich auf und wollte mit einem Dunk zum 49:48 die Mitstreiter aufwecken. Aber er war der Einzige, der bis Ende der 9. Minute 5 Viertelpunkte für Passau beisteuerte. Der Vorsprung der Gäste stieg stetig, pure Verzweiflung bei Passauer Spielern wie Zuschauern. Kurz vor der Viertelsirene konnte Bernd Zauner einen Konter zum 52:61 setzen, mehr war nicht drin. (Viertel 7:22).

Wurde der TV weiter zerlegt oder konnte man sich noch fangen? Wie gewohnt gaben sich die Wölfe nicht einfach geschlagen. Man fightete tapfer um jeden Ball, ging das nach wie vor schnelle und intensive Spiel mit. Ein Zauner – Dreier in der 7. Minute ließ den Abstand auf 3 Punkte zum 65:68 schmelzen. Außerdem musste der Topspieler der Allgäuer, Benedikt Bärtle, der bis dahin 19 Punkte gescort hatte, mit 5 Fouls ausscheiden. Bis in die 8. Minute lief man ständig einem Rückstand hinterher. Aber man merkte an der Körpersprache, dass die Mannschaft nicht aufgeben wollte. Dann der großartige Auftritt vom „Passauer Österreicher“ Stefan Schamberger, der zum Matchwinner wurde. Seine beiden Dreier zu Beginn der 9. Minute, zuerst zum 71:71 und dann zur 74:71 – Führung, brachten die lange nicht mehr geglaubte Wende. Ein weiterer Schamberger – Dreier zum 77:73 in der letzten Minute, der Sieg war greifbar und die tapfer kämpfenden Gäste sichtlich nervös. Sie mussten foulen, um die Uhr zu stoppen und noch eine Chance zu bekommen. Doch klug wurden die Passauer Spieler mit den besten Freiwurfquoten, Benjamin Mayer und Bernd Zauner angespielt, und diese behielten die Nerven. Trotz weiterer Treffer Memmingens konnten die beiden durch insgesamt 5 Freiwurftreffer einen 82:79 – Vorsprung über die Zeit retten.

Riesenjubel beim Sieger, verständliche Enttäuschung beim Gegner. Für Passau ist es das erste Mal, dass man im Halbfinale des Bayernpokals steht. Der Ausrichter dieses Final Four – Turmiers, TV Memmingen, ist ausgeschieden. Anfang April werden es die Wölfe mit einem erlesenen Teilnehmerfeld zu tun bekommen. Neben Passau (einzig verbliebener Bayernligist) stehen die COOCOON Baskets Weiden (1. Regionalliga, Sieger über Ansbach), die Baskets Vilsbiburg (1. Regionalliga, Sieger über Landsberg) und TG Würzburg (2. Regionalliga, Sieger über Eggolsheim) im Turnier.

Die Spieler:

Benjamin Mayer 20, Stefan Schamberger 19, Philip Moschek 11, Bernd Zauner 11, Alexander Dabrowsky 8, Julian Münch 6, Dominik Stieler 5, Bastian Block 2, David Moschek.